Wenn nicht hier, wo und wann dann?

Alt­stadt­ver­ei­ne infor­mier­ten auf dem Kai­se­rin-Augus­ta-Fest und Bür­ger­initia­ti­ve warb für dau­er­haf­te Öff­nung der Kase­mat­ten an der Pfaf­fen­dor­fer Brü­cke

Auch im Rah­men des dies­jäh­ri­gen Kai­se­rin-Augus­ta-Fes­tes in den Rhein­an­la­gen war die Bür­ger­initia­ti­ve “Unse­re Alt­stadt”, der Ver­ein der Freun­de des Gar­ten Her­let e.V. und die Stif­tung Flor­ins­kir­che wie­der mit einem gemein­sa­men Infor­ma­ti­ons­stand ver­tre­ten. Gabrie­la Born, Jür­gen Potratz, Klaus Hiem­ke und ihr Team konn­ten bei schö­nem Pro­me­na­den­wet­ter zahl­rei­che Inter­es­sen­tin­nen und Inter­es­sen­ten über die Anlie­gen der Alt­stadt infor­mie­ren. Beson­ders vie­le Fra­gen dreh­ten sich auch die­ses Jahr wie­der um die Situa­ti­on am Flor­ins­markt und den Gar­ten Her­let. Höhe­punkt für alle Betei­lig­ten war natür­lich das Tref­fen mit der Kai­se­rin Augus­ta und ihres Gefol­ges.

Dies nahm die Bür­ger­initia­ti­ve auch zum Anlass die Kai­se­rin (und die bür­ger­li­chen Ver­tre­tun­gen der Stadt) dar­auf hin­zu­wei­sen, dass sie sich schon seit Jah­ren dafür ein­setzt, dass die im Zuge des Neu­baus der Pfaf­fen­dor­fer Brü­cke frei­ge­leg­ten preu­ßi­schen Kase­mat­ten nach Abschluss der Bau­ar­bei­ten zumin­dest teil­wei­se für die Öffent­lich­keit zugäng­lich gemacht wer­den.

Unter der West­ram­pe der Pfaf­fen­dor­fer Brü­cke befin­den sich bedeu­ten­de Über­res­te der his­to­ri­schen Rhein­an­schluss­ka­ser­ne, die 1827 als Teil der preu­ßi­schen Fes­tungs­an­la­gen errich­tet wur­de. Die unter­ir­di­schen Gewöl­be und Gän­ge sind ein ein­zig­ar­ti­ges Zeug­nis der Koblen­zer Fes­tungs­ge­schich­te und doku­men­tie­ren die her­aus­ra­gen­de mili­tä­ri­sche und städ­te­bau­li­che Bedeu­tung der Stadt im 19. Jahr­hun­dert. Im Rah­men der lau­fen­den Bau­maß­nah­men wur­den die Kase­mat­ten erst­mals seit Jahr­zehn­ten umfas­send frei­ge­legt, unter­sucht und doku­men­tiert. Dabei konn­ten die Res­te der letz­ten erhal­te­nen Tor­an­la­ge der preu­ßi­schen Stadt­be­fes­ti­gung sowie zahl­rei­che his­to­ri­sche Fun­de gesi­chert wer­den. Die­se Ent­de­ckun­gen ver­deut­li­chen den hohen kul­tur­his­to­ri­schen Wert der Anla­ge. „Es wäre ein gro­ßer Ver­lust, wenn die­se außer­ge­wöhn­li­chen Zeug­nis­se unse­rer Stadt­ge­schich­te nach Abschluss der Bau­ar­bei­ten wie­der dau­er­haft hin­ter ver­schlos­se­nen Türen ver­schwin­den wür­den“, erklärt die Bür­ger­initia­ti­ve „Unse­re Alt­stadt“. „Die Men­schen in Koblenz haben ein berech­tig­tes Inter­es­se dar­an, die­ses bedeu­ten­de kul­tu­rel­le Erbe ken­nen­ler­nen und erle­ben zu kön­nen.“ Die BI schlägt vor, die Kase­mat­ten in ein Kon­zept zur Ver­mitt­lung der Koblen­zer Fes­tungs- und Stadt­ge­schich­te ein­zu­bin­den. Beson­ders denk­bar wäre die Ein­rich­tung eines Infor­ma­ti­ons- und Aus­stel­lungs­raums, der dem Leben und Wir­ken von Kai­se­rin Augus­ta gewid­met ist. Kaum eine his­to­ri­sche Per­sön­lich­keit hat Koblenz so nach­hal­tig geprägt wie Augus­ta. Ihre Impul­se für die Ent­wick­lung der Rhein­an­la­gen, ihre sozia­len Initia­ti­ven und ihre enge Ver­bin­dung zur Stadt sind bis heu­te sicht­bar. Die his­to­ri­sche Lage der Kase­mat­ten in unmit­tel­ba­rer Nähe der ehe­ma­li­gen Kai­ser­hal­le und des Rhein­an­schlus­ses der preu­ßi­schen Befes­ti­gun­gen wür­de einen wür­di­gen und authen­ti­schen Rah­men für eine sol­che Dau­er­aus­stel­lung bie­ten.

Die BI „Unse­re Alt­stadt“ appel­liert daher an die Stadt Koblenz, die Denk­mal­be­hör­den sowie die Ver­ant­wort­li­chen des Brü­cken­pro­jekts, jetzt noch die Vor­aus­set­zun­gen für eine spä­te­re öffent­li­che Nut­zung der his­to­ri­schen Räu­me zu schaf­fen. Eine behut­sa­me Erschlie­ßung für Füh­run­gen, Aus­stel­lun­gen und Bil­dungs­an­ge­bo­te könn­te einen bedeu­ten­den Bei­trag zur Stär­kung des his­to­ri­schen Bewusst­seins und zur tou­ris­ti­schen Attrak­ti­vi­tät der Stadt leis­ten.

Gera­de in einer Stadt, deren Iden­ti­tät so eng mit ihrer Geschich­te ver­bun­den ist, soll­te jede Chan­ce genutzt wer­den, his­to­ri­sches Erbe sicht­bar und erleb­bar zu machen. Die frei­ge­leg­ten Kase­mat­ten bie­ten hier­für eine ein­ma­li­ge Gele­gen­heit.

„Ver­bor­ge­ne Geschich­te darf nicht wie­der ver­schwin­den” unter­streicht die Bür­ger­initia­ti­ve die von ihr schon 2023, danach bei einem Orts­ter­min dem Kul­tur­aus­schuss der Stadt und 2024 Kul­tur­de­zer­nent Ingo Schei­der vor­ge­tra­ge­ne For­de­rung der Öff­nung und Nut­zung der Kase­mat­ten an der Pfaf­fen­dor­fer Brü­cke [www.bi-koblenz-altstadt.de/koblenz-aufwerten-buga-2029-nutzen + www.bi-koblenz-altstadt.de/kulturelle-angebote-und-erinnerungskultur-in-der-altstadt-staerken]