Mit Luzie & Lione auf Entdeckungstour durch die Koblenzer Altstadt

Wie leben­dig Geschich­te sein kann, erleb­ten die Schü­le­rin­nen und Schü­ler der vier­ten Klas­se der Grund­schu­le Schen­ken­dorf bei einer beson­de­ren Stadt­füh­rung durch die Koblen­zer Alt­stadt. Gemein­sam mit ihrer Leh­re­rin Con­stan­ze Schwert­ner bega­ben sie sich zusam­men mit der Autorin Bine Voigt und der Illus­tra­to­rin Cathe­ri­na Bald­auf auf die Spu­ren von „Luzie & Lio­ne“.

Seit inzwi­schen 25 Jah­ren beglei­tet der belieb­te Stadt­füh­rer Kin­der und Fami­li­en durch Koblenz. Die inzwi­schen vier­te Auf­la­ge ent­hält neben neu­en Sehens­wür­dig­kei­ten erst­mals auch eine digi­ta­le Stadt­ral­lye und ver­bin­det damit auf span­nen­de Wei­se Tra­di­ti­on und Moder­ne.

Der Rund­gang begann am Schän­gel­brun­nen, einem der bekann­tes­ten Wahr­zei­chen der Stadt. Von dort führ­te der Weg über den Jesui­ten­platz und das Jesui­ten­gäss­chen zum Enten­pfuhl. Am Enten­brun­nen war­te­te bereits eine klei­ne Über­ra­schung auf die Kin­der: Bine Voigt ver­schenk­te an jedes Kind einen Pfen­nig, der — ver­bun­den mit einem per­sön­li­chen Wunsch — in den Brun­nen gewor­fen wer­den durf­te.

Wei­ter ging es über den Plan zu den berühm­ten Vier Tür­men, dem ein­drucks­vol­len Ein­gangs­tor zur Alt­stadt. Dort erwar­te­te die Grup­pe Jür­gen Potratz von der Bür­ger­initia­ti­ve “Unse­re Alt­stadt”. Er öff­ne­te den Kin­dern die Tür zu einem der ver­bor­gens­ten und zugleich schöns­ten Orte der Stadt: dem idyl­li­schen Gar­ten zwi­schen Alten­gra­ben und Alten­hof.

Die­ser klei­ne grü­ne Rück­zugs­ort gilt bis heu­te als Geheim­tipp. Benannt nach dem Kano­ni­kus Statz und nach umfang­rei­chen Sanie­rungs­ar­bei­ten erst 2021 wie­der­her­ge­stellt, lässt er die Geschich­te des mit­tel­al­ter­li­chen Koblenz auf beson­de­re Wei­se leben­dig wer­den. Im Tor­bo­gen zum Statz’schen Gäss­chen (Ein­gang Alten­gra­ben 13) erin­nert noch heu­te der ori­gi­na­le Schluss­stein aus dem Jahr 1749 an ver­gan­ge­ne Zei­ten.

Beson­ders beein­dru­ckend war die Geschich­te die­ses Ortes. Nach den schwe­ren Zer­stö­run­gen des Zwei­ten Welt­kriegs war das Are­al dicht bebaut wor­den. Erst durch die Sanie­rung (die lei­der nicht zu Ende geführt wer­den konn­te) wur­de die his­to­ri­sche Hof­an­la­ge wie­der sicht­bar gemacht wer­den. Heu­te laden auf 235 Qua­drat­me­tern blü­hen­de Stau­den, Sträu­cher und Grä­ser zum Ver­wei­len ein. Hoch­bee­te aus Cor­ten­stahl ver­lei­hen dem Gar­ten sei­nen beson­de­ren Cha­rak­ter, wäh­rend Natur­stein­pflas­ter und Sitz­bän­ke eine Atmo­sphä­re schaf­fen, die zum Ent­de­cken und Aus­ru­hen glei­cher­ma­ßen ein­lädt. Für die Kin­der war dies der per­fek­te Ort für eine wohl­ver­dien­te Früh­stücks­pau­se.

Die Lieb­frau­en­kir­che war das nächs­tes Ziel und anschlie­ßend begeg­ne­te die Grup­pe den bekann­ten Koblen­zer Ori­gi­na­len Spi­tals Andun und dem Pfef­fer­minz­je, bevor ein Abste­cher zur Flor­ins­kir­che und zum ehe­ma­li­gen Mit­tel­rhein-Muse­um folg­te. Auch wenn Gerüs­te und Absper­run­gen der­zeit man­che Sicht ver­sper­ren, blieb die Fas­zi­na­ti­on der his­to­ri­schen Alt­stadt unge­bro­chen und der Augen­rol­ler streckt zwar nicht die Zun­ge her­aus, roll­te aber vehe­ment mit den Augen.

Der roman­ti­schen Gar­ten Her­let war eben­falls einen Besuch wert, bevor die jun­gen Ent­de­cker schließ­lich den Gör­res­platz mit sei­ner beein­dru­cken­den His­to­ri­en­säu­le erreich­ten, auf der sich die Geschich­te von Koblenz wie ein stei­ner­nes Bil­der­buch nach­ver­fol­gen lässt.

Auf dem Rück­weg führ­te die Rou­te durch die Fir­mungs­stra­ße. Dort lächel­te die Hygiea hoch oben vom Gie­bel des Hau­ses Num­mer 11 auf die Grup­pe her­ab, als wol­le sie die jun­gen Stadt­for­scher ver­ab­schie­den. Der krö­nen­de Abschluss war­te­te schließ­lich am Johan­nes-Mül­ler-Denk­mal: Mit einem Eis in der Hand lie­ßen die Kin­der die vie­len Ein­drü­cke des Tages noch ein­mal Revue pas­sie­ren.

Es war ein wun­der­schö­ner Tag vol­ler Geschich­ten, Über­ra­schun­gen und Ent­de­ckun­gen. Die Koblen­zer Alt­stadt zeig­te sich dabei von ihrer schöns­ten Sei­te – geheim­nis­voll, geschichts­träch­tig und vol­ler klei­ner Wun­der. Und eines wur­de allen schnell klar: Selbst ein gan­zer Tag reicht kaum aus, um alle Schät­ze die­ser beson­de­ren Stadt zu ent­de­cken.