Statement der Bürgerinitiative “Unsere Altstadt” zum “Liebfrauenfest”
am 18. + 19. Juli
Für die Bürgerinitiative “Unsere Altstadt” stellt sich natürlich zunächst immer die Frage wieviel Events die (Alt-)Stadt noch braucht, resp. verträgt. Um es auch hier klar zu unterstreichen: wir wollen keine “tote Altstadt” aber eine ausgewogene Mischung von Event, Attraktivität (!) und Wohnqualität macht Sinn.
Das neue zusätzliche “Liebfrauenfest” ist daher von unterschiedlichen Blickwinkel zu betrachten:
1. Das besondere “Ambiente” vor der Liebfrauenkirche ist kein “normaler Platz”:
Immerhin geht es um den Vorplatz einer die Stadtsilhouette und Stadtgeschichte prägenden Kirche. Der geringe Respekt gegenüber dem Bauwerk zeigt sich Woche für Woche durch die Papiermüllsammelstelle [www.bi-koblenz-altstadt.de/wann-hat-das-ein-ende] und wird auch durch die Stadt mit unpassenden Mülleimern nicht aufgewertet [www.bi-koblenz-altstadt.de/gute-nachricht-aber].
Da trotz zahlreicher Bitten und Eingaben hier nichts verändert wird scheint nun der nächste Schritt zu folgen
2. Verstetigte Kommerzialisierung des Öffentlichen Raumes:
Im vorliegenden Fall zeigt sich deutlich, wohin Privatinteressen zur Gewinnmaximierung steuern: die Kulisse wird mitgenommen und als Marketing eingesetzt, selbst der Name einer Kirche wird (zwar rechtlich legitim aber) einfach genutzt. Es sah nach einem Pfarrfest aus unter dem Motto “Zwei Tage, ein Ort, ein besonderes Fest” hatte aber mit Liebfrauen nichts zu tun.
Und die Vorankündigung ” ein besonderes Fest”: über Musikgeschmack lässt sich trefflich streiten; ein Techno-Angebot ist aber eine Stilrichtung für sich und dafür gibt es sicherlich Räume, die besser dazu passen. Das “Day Drinking” nun als neue Eventform im öffentlichen Raum auch noch promotet wird ist zudem auch problematisch.
Mit solchen Veranstaltungsgenehmigungen zeigt die Stadtverwaltung, dass die Interessen der Wohn- und Lebensqualität in der Altstadt sich nur in Sonntagsreden spiegeln. Im Tagesgeschäft werden Verordnungen und Richtlinien zuhauf zitiert und Bedenken geäußert. Eine zusätzliche Eventgenehmigung wird aber durchgewunken.
3. Wichtig wäre vor allem die Kommunikation:
Es gibt Veranstaltungen und Veranstalter die Nachbarn informieren und mitnehmen, auf deren Bedürfnisse eingehen und auf Dialog setzen (vorbildlich unlängst bei einer Veranstaltung des Jugendamtes auf dem Münzplatz und beim Dialog der GKKG zur Musik beim Altstadtfest ebenfalls auf dem Münzplatz) … und solche, die meinen über dem zu stehen. Letzteres ist einfach nur schade.
Auch das Ordnungsamt könnte hierzu beitragen. Anwohner, die telefonisch und persönlich vor Ort um Auskunft und Regulierung baten erhielten unterschiedliche Auskünfte oder wurden vertröstet.
Wer zusätzliche lautstarke privatwirtschaftliche Veranstaltungen in Wohn- und Lebensumfeldern genehmigt hat zu mindestens dafür Sorge zu tragen, dass die Verträglichkeit gewährleistet wird.
Das “Liebfrauenfest” hätte es so nicht gebraucht!
