Superstimmung beim Altstadtfest 2026

Dank an die Organisatoren

Das ers­te Juli­wo­chen­en­de stand tra­di­tio­nell wie­der im Zei­chen des “Königs­ba­cher Alt­stadt­fes­tes”. Die loka­le Tra­di­ti­on der Königs­ba­cher Braue­rei ist zwar längst Geschich­te, aber das aus bür­ger­schaft­li­chem Enga­ge­ment vor über 50 Jah­ren ent­stan­de­ne Fest hat immer noch Bestand. Vie­les hat sich ver­än­dert, aber den Orga­ni­sa­to­ren von der Gro­ßen Koblen­zer Kar­ne­vals­ge­sell­schaft sei Dank, dass sie dies trotz zuneh­men­der Vor­schrif­ten auf­recht­erhal­ten konn­ten.

Auch fin­den sich vie­le Bewoh­ner der Alt­stadt, vor allem in den Abend­stun­den nicht mehr ange­spro­chen und die Par­ty­mei­len sowie die durch das Nacht­le­ben ange­zo­gen Poser, Wild­pin­k­ler und Ver­mül­ler sind Nega­tiv­bei­spie­le, aber: es gibt auch gute Ent­wick­lun­gen. Die Kri­tik der letz­ten Jah­re von Anwoh­nern zum Münz­platz wur­den voll­um­fäng­lich auf­ge­grif­fen. Es ent­stand ein schö­nes fami­li­en­ge­rech­tes Ange­bot (mit spru­deln­dem Brun­nen zum Abküh­len für Kin­der) und die Sän­ge­rin am Sams­tag­nach­mit­tag (ohne Büh­ne und über­lau­te Bäs­se) passt dazu.

Ein ste­ti­ger Besu­cher­strom in der Alt­stadt bei ange­neh­men Som­mer­tem­pe­ra­tu­ren führ­te sicher­lich auch dazu, dass nicht nur auf den Ver­an­stal­tungs­plät­zen, son­dern auch in der angren­zen­den Gas­tro­no­mie alle Plät­ze besetzt und die Läden voll waren. Eine schö­ne Idee hat­te Rodi Hamo von der Atlas­Bar (ehe­mals “Weih­was­ser­kes­sel”), der Lite­ra­tur über Koblenz sam­melt und zum Schmö­kern anbie­tet, son­dern auch beim Alt­stadt­fest Dublet­ten an Inter­es­sier­te ver­schenk­te! Dan­ke dafür!

Ein “Wer­muts­trop­fen” zur Eröff­nung am Frei­tag sei aber ange­führt: die Freu­de sich vor der Lieb­frau­en­kir­che zu sehen war so groß. Lei­der war in wei­ten Tei­len auf­grund der Geräusch­ku­lis­se wenig von den Anspra­chen zu hören war und für die auch immer älter wer­den­den Alt­städ­ter wären mehr Sitz­plät­ze hilf­reich (und nicht nur 12 Stüh­le in der App­Box).

Ein trau­ri­ges Kapi­tel ist zudem die Ver­schmut­zung und Ver­mül­lung der Alt­stadt: allein am Sonn­tag­mor­gen sah die gesam­te Alt­stadt wie eine Müll­hal­de aus. Über­all Becher, Ver­pa­ckungs­müll, Essens­res­te und zurück­ge­las­se­ne Sekt- und Wein­fla­schen. Was nützt ein Pfand­sys­tem auf den Ver­an­stal­tungs­flä­chen wenn über­all güns­ti­ge­re ToGo-Ver­pfle­gung erhält­lich ist. Unzu­mut­bar für Anwoh­ner, Ver­an­stal­ter und Rei­ni­gungs­kräf­te!

Dan­ke an die Orga­ni­sa­to­ren, dass die Bür­ger­initia­ti­ve “Unse­re Alt­stadt” ein­ge­bun­den und zum Abschluss am Sonn­tag mit einem Ange­bot im Brun­nen­hof dabei sein konn­te. Die Künst­le­rin­nen Gud­run Acker­mann und Sabi­ne Gabor insze­nier­ten die “Mach mal Kunst“ Akti­on. Von der ansäs­si­gen Gas­tro­no­mie “Pfef­fer­minz­je” kuli­na­risch unter­stützt luden Kunst und Geschich­te in ruhi­ger Atmo­sphä­re zu vie­len Gesprä­chen ein.

Die Bür­ger­initia­ti­ve “Unse­re Alt­stadt” nahm dies auch zum Anlass auf rund 50 Jah­re Sanie­rung der Alt­stadt zurück­zu­bli­cken und sich über “Licht und Schat­ten” aus­zu­tau­schen. Immer­hin ent­stand das Alt­stadt­fest unter dem Mot­to “Treff­punkt lie­bens­wer­te Alt­stadt”. Jür­gen Potratz von der Bür­ger­initia­ti­ve zitier­te dazu recht aktu­ell klin­gen­de For­de­run­gen aus der Fest­schrift des Alt­stadt­fes­tes von 1978 (“lie­bens­wer­te Alt­stadt”, “schö­ne Plät­ze”, “kul­tu­rell und gast­freund­li­chen” “Treff für Jung und Alt”, “kein Muse­um”, “kein Rum­mel- und Nepp­vier­tel”). Zudem konn­te aus dem Bestand der evan­ge­li­schen Kir­chen­ge­mein­de Koblenz-Mit­te im Durch­gang zur Mehl­gas­se Fotos und Pla­ka­te von den Gemein­de­fes­ten der 2000er Jah­re vor der Flor­ins­kir­che gezeigt wer­den, die damals fes­ter Bestand­teil des Alt­stadt­fes­tes waren.

Die Wor­te der neu­en Bür­ger­meis­te­rin Dr. Dag­mar Kranz “die Alt­stadt ist die See­le von Koblenz” kön­nen nur unter­stri­chen wer­den, wie auch ihr Zusatz “gepflegt muss sie wer­den”. Dazu soll­te und kann das Alt­stadt­fest getreu sei­ner Geschich­te bei­tra­gen! Und die Hoff­nung bleibt, dass durch eine Ver­pa­ckungs­steu­er der Rest­müll redu­ziert wer­den könn­te.