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Hitzeaktionsplan: Gute Ansätze, aber zu wenig konkrete Maßnahmen für die Innenstadt

Die Bür­ger­initia­ti­ve „Unse­re Alt­stadt“ begrüßt grund­sätz­lich, dass die Stadt Koblenz die zuneh­men­de Hit­ze­be­las­tung als erns­tes Pro­blem erkannt und einen Hit­ze­ak­ti­ons­plan vor­ge­legt hat. Der Schutz von uns Allen, ins­be­son­de­re älte­rer Men­schen, von Kin­dern, Kran­ken und ande­ren beson­ders gefähr­de­ten Grup­pen ist eine wich­ti­ge kom­mu­na­le Auf­ga­be.

Bei genau­er Betrach­tung fällt jedoch auf, dass sich ein gro­ßer Teil der vor­ge­se­he­nen Maß­nah­men auf Infor­ma­ti­ons­kam­pa­gnen, Fly­er, Bro­schü­ren, Pres­se­mit­tei­lun­gen, Inter­net­an­ge­bo­te, Netz­wer­ke und die Wei­ter­lei­tung von Hit­ze­war­nun­gen beschränkt. Zahl­rei­che Maß­nah­men zie­len dar­auf ab, Infor­ma­tio­nen zu ver­brei­ten oder bestehen­de Ange­bo­te bes­ser bekannt zu machen.

Aus Sicht der BI „Unse­re Alt­stadt“ reicht dies ange­sichts der zuneh­men­den Zahl hei­ßer Som­mer­ta­ge nicht aus. Beson­ders die his­to­ri­sche Alt­stadt und ande­re dicht bebau­te Innen­stadt­be­rei­che lei­den bereits heu­te unter star­ker Auf­hei­zung. Hier braucht es vor allem kon­kre­te und dau­er­haft wirk­sa­me Maß­nah­men zur Ver­bes­se­rung des Stadt­kli­mas.

Der Hit­ze­ak­ti­ons­plan nennt zwar lang­fris­ti­ge Pro­jek­te wie Refill-Sta­tio­nen, Coo­ling Are­as und den Aus­bau von Netz­wer­ken. Vie­le die­ser Maß­nah­men basie­ren jedoch auf frei­wil­li­ger Betei­li­gung, Infor­ma­ti­ons­ver­mitt­lung oder der Nut­zung bereits vor­han­de­ner Struk­tu­ren. Ein ver­bind­li­ches Pro­gramm zur Ent­sie­ge­lung von Flä­chen, zur deut­li­chen Aus­wei­tung von Baum­pflan­zun­gen, zur Schaf­fung zusätz­li­cher Schat­ten­be­rei­che oder zur Ein­rich­tung öffent­li­cher Trink­was­ser­brun­nen wird dage­gen nicht aus­rei­chend in den Mit­tel­punkt gestellt.

Die BI „Unse­re Alt­stadt“ ver­misst zudem eine kla­re Prio­ri­sie­rung beson­ders belas­te­ter Quar­tie­re sowie kon­kre­te Zeit­plä­ne und mess­ba­re Ziel­vor­ga­ben. Ohne nach­voll­zieh­ba­re Umset­zungs­zie­le besteht die Gefahr, dass der Hit­ze­ak­ti­ons­plan vor allem ein Infor­ma­ti­ons­kon­zept bleibt, wäh­rend die tat­säch­li­chen Belas­tun­gen im öffent­li­chen Raum wei­ter zuneh­men.

Die Bür­ger­initia­ti­ve for­dert daher, den Hit­ze­ak­ti­ons­plan um kon­kre­te städ­te­bau­li­che Maß­nah­men zu ergän­zen. Not­wen­dig sind ins­be­son­de­re mehr Stadt­grün, zusätz­li­che Bäu­me, Ent­sie­ge­lun­gen, dau­er­haf­te Trink­was­ser­ver­sor­gung im öffent­li­chen Raum, mehr Beschat­tung auf Plät­zen und Wegen sowie eine geziel­te Ver­bes­se­rung der Auf­ent­halts­qua­li­tät in der Alt­stadt.

Im Zen­trum steht dabei lei­der auch immer noch der Zen­tral­platz. Das Pilot­pro­jekt zum bun­des­wei­ten Hit­ze­schutz aus dem letz­ten Jahr ist lei­der “sang- und klang­los” ver­halt [www.bi-koblenz-altstadt.de/buergerinitiative-unsere-altstadt-suchte-das-persoenliche-gespraech] und trost­lo­se Res­te ehe­ma­li­ger Bepflan­zungs­an­sät­ze kün­den vom Schei­tern.

Der Schutz vor Hit­ze darf nicht bei Fly­ern und Appel­len enden. Die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger brau­chen spür­ba­re Ver­bes­se­run­gen im öffent­li­chen Raum – dort, wo die Hit­ze ent­steht und erlebt wird.