Feldversuch ja, aber Bedenken nicht außer Acht lassen
Ausdrücklich begrüßt die Bürgerinitiative “Unsere Altstadt” die Fortentwicklung der Planung rund um die Verkehrsführung Balduinbrücke unter gleichzeitiger Verkehrsberuhigung in der Burgstrasse.
Zugleich macht die BI aber deutlich, daß nur ein Gesamtkonzept Moselufer / Florinsmarkt / Danne (hierbei müsste auch die Streckenführung “Am alten Hospital” mitgedacht werden) die gewünschte Verkehrsführung verbessern würde. Schon im Herbst 2021 (!) hatte die Bürgerinitiative dazu der Verwaltung den Vorschlag einer quartiersberühigten Verkehrsführung unterbreitet [www.bi-koblenz-altstadt.de/verkehrskonzept-altstadt]. Das von Seiten der Verwaltung verschiedene Aspekte daraus und auch Beschwerden über die Verkehrsdichte aus dem Kreis der Anwohner aufgenommen wurde ist zu begrüßen. Trotzdem bleiben Fragen offen. Vorallem die Verkehrssituation im angrenzenden “Paradies”, die zuerwartende Verkehrserhöhung am Moselufer und die anstehenden Baumaßnahmen im Rahmen des geplanten Abriss und Neubaues des “Maxim” sind hierbei zunennen.
Für die Bürgerinitiative stellt sich auch die Frage nach einer stärkeren Einbettung in ein gesamtstädtisches Verkehrssystem (z.Bsp. Ausbau eines P&R — Angebotes) und der systematischen Analyse der Wechselwirkungen. Problematisch ist dabei zudem, daß klare Erfolgskriterien für die Versuchsphase fehlen. Es vermittelt sich daher der Eindruck “vielen recht und wenigen weh”, daß hier ein taktischer Planungsversuch unternommen wird statt eine strategische und zukunftsweisende Gesamtlösung auf den Weg zu bringen. Einzelne, kleinteilige Lösungsansätze, hier am Moselufer dort an der Balduinbrücke machen die Alt- und Innenstadt nicht zukunftsfähig!
Die Bürgerinitiative “Unsere Altstadt” hofft, daß hierzu bis zur entscheidenden Sitzung des Stadtrates Nachplanungen erfolgen und so dieser Baustein der Verkehrsregulierung in der Altstadt Rechung trägt. Zudem sei (gerade in Bezug auf den Zweiradverkehr von der Balduinbrücke in Richtung Hohenfelder Straße und Wöllershof) darauf verwiesen, daß alle baulichen Ideen, Maßnahmen und Veränderungen halbherzig bleiben, wenn Kontrolle und Sanktionierung von Überschreitungen nicht einhergehen. Damit hätte schon jetzt wesentlich zur Verkehrsverbesserung beigetragen werden können.
