Bürgerinitiative “Unsere Altstadt” fordert neues Konzept für Ferienwohnungsangebote
Seit längerem ist die Frage des mangelnden Wohnraums in der politischen Diskussion präsent. Hier geht es zum einen sicherlich nicht nur darum bezahlbaren innerstädtischen Wohnraum bereitzuhalten, sondern auch dazu beizutragen, dass ein intaktes soziales Umfeld bestehen bleiben kann.
Immer wieder fällt es der Bürgerinitiative “Unsere Altstadt” auf, dass insbesondere in der Altstadt, Wohnraum in Ferienwohnungen umgewandelt wird. Eine Anfrage an den Oberbürgermeister der Stadt Koblenz ergab, dass von den rund 9.660 innerstädtischen Wohnungen derzeit nur etwa 250 bis 300 als “aktive FeWo Angebote” gelistete Wohnungen und Apartments auf Online-Portalen nachzuweisen sind. Da sich diese Angebote, so die Wahrnehmung, im kleinteiligen Altstadt Quartier konzentrieren führt dies schleichend zu sozialen Problemen, da auch viele Angebote “unter der Hand” vermittelt werden. Das sich diese Angebote, so die Wahrnehmung, im kleinteiligen Altstadt Quartier konzentriert führt dies schleichend zu sozialen Problemen. Städteforscher sprechen hier von Touristifizierung. Steigende Immobilienpreise, Mieten, Verdrängung von Anwohnern, Veränderung lokaler Infrastruktur, Ausdünnung der Nahversorgung sind die Folgen.
Die Bürgerinitiative fordert daher — wie schon im letzten Jahr gegenüber Baudezernent und Oberbürgermeister vorgetragen — eine bauaufsichtliche Vorgabe um die weitere Umwidmung von Wohnraum in Ferienwohnungen, insbesondere im Kern der Altstadt zu reglementieren. Darüber hinaus zeigt sich die BI irritiert, dass nach Angabe des Oberbürgermeisters die Gewerbeaufsicht einmal zugelassene Ferienwohnungen nicht weiter kontrolliert und es scheinbar im Ordnungsamt auch keine Kontrollinstanz gibt, die nicht genehmigte Umwidmung und Betreibung von Ferienwohnungen und möblierten Zimmern überprüft. Formal sind Einnahmen aus Vermietung steuerpflichtig, auch im Hinblick bzgl. des zukünftigen zu erhebenden Gästebeitrags sollten Erfassung und Kontrolle straff organisiert sein. Der Markt für Ferienappartments funktioniert teilweise als regulatorischer Graubereich. Ein Trend in der Kernaltstadt ist klar erkennbar, Wohnungen sind vermehrt nicht mehr primär Ort des Wohnens, sondern flexible Renditeobjekte im lokalen Tourismusmarkt.
