Wenn in der Stadt Koblenz die St-Martin-Züge sich auf ihren Weg begeben verbinden dies die Meisten zurecht mit der Geschichte des Heiligen St. Martin, der mit einem Bettler seinen Mantel teilte.
Nur wenige bringen dies auch mit der Gründung des heutigen Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein / Evangelischen Stift St. Martin im Altlöhrtor in Verbindung.
1844 gründete der Buchdrucker und evangelische Gemeinderepräsentant Johann Friedrich Kehr die Stiftung St. Martin. Der preußische König Friedrich Wilhelm IV. unterstützte das Vorhaben finanziell mit 3.000 Talern und stellte Kehr das erste Gebäude am Altlöhrtor zur Verfügung. In diesem Gebäude wurde 1846 zunächst ein Waisenhaus eröffnet, daß wenige Jahre später um die Krankenpflege erweitert wurde. Wegen des raschen Wachstums zog das Krankenhaus 1898 aus der Altstadt in einen Krankenhausneubau in der Südlichen Vorstadt (Johannes-Müller-Straße) um, wo es sich noch heute befindet. Im Eingang zur dortigen — 2009 eingeweihten — St. Martin Kapelle wurde auch das ehemals den Eingang im Altlöhrtor schmückende, an den Namensgeber erinnernde, restaurierte Relief angebracht.
Sehenswert, einer Erinnerung würdig und immer noch in die Zeit passend.
