Bürgerinitiative läßt nicht locker

Offener Brief an den Oberbürgermeister

Mit der Fra­ge “Drei Jah­re War­te­zeit auf einen Behin­der­ten­stell­platz – ist das der Anspruch einer inklu­si­ven Stadt?” hat sich die Bür­ger­initia­ti­ve “Unse­re Alt­stadt” an den Ober­bür­ger­meis­ter David Lang­ner gewandt.

Vor drei Jah­ren hat die BI um Ein­rich­tung eines zwei­ten Behin­der­ten­park­plat­zes im Bereich Flor­ins­markt nach­ge­sucht. Der Vor­gang ist seit Juni 2023 auch in der öffent­li­chen Dis­kus­si­on (vgl. Pres­se­mit­tei­lun­gen und Berich­te der Bür­ger­initia­ti­ve vom 08.06.2023, 29.12.2023, 19.04.2024, 19.03.2025 und zuletzt 26.08.2025 [www.bi-koblenz-altstadt.de/buergerinitiative-fordert-mehr-behindertenparkplaetze-in-der-altstadt[http://www.bi-koblenz-altstadt.de/buergerinitiative-fordert-mehr-behindertenparkplaetze-in-der-altstadt]]). Dazu hat es auch zwei Orts­be­ge­hun­gen mit der Stra­ßen­ver­kehrs­be­hör­de gege­ben. Mit gro­ßem Bedau­ern hat die Bür­ger­initia­ti­ve „Unse­re Alt­stadt“ nun das Ant­wort­schrei­ben zur Kennt­nis genom­men.

Die Stra­ßen­ver­kehrs­be­hör­de ver­weist dar­auf, dass die bau­li­chen Vor­aus­set­zun­gen der­zeit nicht gege­ben sei­en und der Bereich im Rah­men künf­ti­ger Pla­nun­gen über­ar­bei­tet wer­de. Eine Über­gangs­lö­sung sei nicht erfor­der­lich.

“Die­se Auf­fas­sung tei­len wir nicht”, unter­streicht Jür­gen Potratz das Ansin­nen der Alt­städ­ter. Die Koblen­zer Alt­stadt ist das his­to­ri­sche und gesell­schaft­li­che Herz unse­rer Stadt. Sie muss auch für Men­schen mit Mobi­li­täts­ein­schrän­kun­gen erreich­bar sein. Der Hin­weis auf Kurz­zeit­park­mög­lich­kei­ten ersetzt kei­nen aus­ge­wie­se­nen Behin­der­ten­stell­platz mit den erfor­der­li­chen Bewe­gungs­flä­chen und der not­wen­di­gen Rechts­si­cher­heit.

Beson­ders nach­denk­lich stimmt die BI dabei ein Ver­gleich: Wenn Inves­to­ren, Ver­an­stal­ter oder tou­ris­ti­sche Akteu­re mit kom­mer­zi­el­len Inter­es­sen kurz­fris­tig eine Park­bucht, eine Be- und Ent­la­de­zo­ne oder eine Son­der­re­ge­lung benö­ti­gen, erle­ben wir häu­fig, dass Ver­wal­tung und Geneh­mi­gungs­be­hör­den erstaun­lich schnell, fle­xi­bel und lösungs­ori­en­tiert han­deln. Geht es dage­gen um einen Behin­der­ten­stell­platz, scheint plötz­lich vie­les unmög­lich zu sein. Es wird auf bau­li­che, recht­li­che und lang­fris­ti­ge Pla­nun­gen ver­wie­sen – mit dem Ergeb­nis, dass ein berech­tig­tes Anlie­gen über Jah­re unge­löst bleibt.

Die Bür­ger­initia­ti­ve “Unse­re Alt­stadt” hat daher den Ober­bür­ger­meis­ter gebe­ten die­ses Anlie­gen per­sön­lich auf­zu­grei­fen und eine erneu­te Prü­fung zu ver­an­las­sen. Dabei soll­ten ins­be­son­de­re eine prak­ti­ka­ble Über­gangs­lö­sung sowie mög­li­che alter­na­ti­ve Stand­or­te in der Alt­stadt ernst­haft geprüft wer­den. “Ein Behin­der­ten­stell­platz ist kein Pri­vi­leg. Er ist Aus­druck von Respekt, Teil­ha­be und einer Stadt, die Inklu­si­on nicht nur ver­spricht, son­dern auch lebt” so die Kern­in­ten­si­on der For­de­rung.