Standorte von Verteilerkästen überdenken!

Der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­aus­fall in Tei­len der Koblen­zer Innen­stadt durch einen Ver­kehrs­un­fall mit Beschä­di­gun­gen an Ver­tei­ler­käs­ten hat es ein­dring­lich deut­lich gemacht: unse­re Infra­struk­tur ist gefähr­det und in Tei­len unzu­rei­chend geschützt.

Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ver­tei­ler­käs­ten sind ein zen­tra­les Ele­ment der städ­ti­schen Infra­struk­tur. Sie ver­sor­gen Haus­hal­te, Unter­neh­men und öffent­li­che Ein­rich­tun­gen mit Inter­net- und Tele­fon­ver­bin­dun­gen. Den­noch ste­hen sie im Stra­ßen­raum oft unge­schützt am Fahr­bahn­rand oder auf schma­len Geh­we­gen. Es müs­sen noch nicht ein­mal Anschlags­sze­na­ri­en (wie in Bran­den­burg und zuletzt in Ber­lin) aus­schlag­ge­bend für Beschä­di­gun­gen sein. Kommt es zum Anprall eines Kraft­fahr­zeugs – etwa durch Fahr­feh­ler oder Glät­te – kön­nen Kabel­ver­zwei­ger und Glas­fa­ser­kom­po­nen­ten erheb­lich beschä­digt wer­den. Die Fol­gen sind (wie das letz­te Wochen­en­de in Koblenz zeig­te): Aus­fall von Inter­net- und Tele­fon­an­schlüs­sen, beson­ders schwer­wie­gend die Beein­träch­ti­gung von Not­ruf- und Alarm­sys­te­men, aber auch Stö­run­gen in Betrie­ben, Behör­den, im Home­of­fice und auch bei digi­ta­len Abrech­nungs­sys­te­men. So hat sich gezeigt, dass in einer Stadt ein ein­zel­ner Ver­tei­ler­kas­ten hun­der­te Anschlüs­se betref­fen kann. Neben Ver­sor­gungs­un­ter­bre­chun­gen ent­ste­hen aber auch zusätz­li­che Gefah­ren: frei­lie­gen­de Lei­tun­gen, Strom­schlag- oder Brand­ri­si­ko vor allem die Gefähr­dung von Ver­kehrs­teil­neh­mern (ins­be­son­de­re Fuß­gän­gern).

Der Anprall eines Kfz an einen Ver­tei­ler­kas­ten zeigt die Ver­wund­bar­keit urba­ner Netz­in­fra­struk­tur. Ange­sichts zuneh­men­der Digi­ta­li­sie­rung sind ein­fa­che Schutz­maß­nah­men wie Pol­ler, Ramm­schutz oder eine bes­se­re Stand­ort­wahl ent­schei­dend, um Aus­fäl­le und wirt­schaft­li­che Schä­den zu ver­mei­den.

Dar­aus abge­lei­tet stellt sich natür­lich auch die Fra­ge, inwie­weit sol­che sen­si­ble Berei­che (ins­be­son­de­re da hier auch die Not­ruf­num­mern über Fest­netz gestört waren) bes­ser, respek­ti­ve an ande­ren Orten als Ver­tei­ler­käs­ten auf­ge­stellt wer­den kön­nen. Dem erheb­li­chen Ein­satz von Per­so­nal und Fach­fir­men war es zu ver­dan­ken, dass hier eine schnel­le Wie­der­her­stel­lung auf den Weg gebracht wur­de. Nichts­des­to­trotz ver­bleibt die Fra­ge war­um an die­ser so frei zugäng­lich (und wie sich zeig­te auch gefähr­de­ten Stel­le) sol­che wich­ti­gen Ver­tei­ler­käs­ten posi­tio­niert und damit einer Gefah­ren­la­ge aus­ge­setzt sind.

Das Ereig­nis zeigt zudem, dass der öffent­li­che Raum in sei­ner Resi­li­enz gestärkt wer­den muss und Stadt­pla­nung zum “Neu- resp. Umden­ken” gezwun­gen ist. Kon­kret bit­tet die Bür­ger­initia­ti­ve “Unse­re Alt­stadt” nach der Wie­der­her­stel­lung der Unfall­stel­le in der Pfuhl­gas­se die­sen Stand­ort grund­sätz­lich zu über­den­ken.