Fehlender Wohnraum … stattdessen mehr Ferienwohnungen?
Es vergeht derzeit kein Neujahrsempfang und keine politische Diskussion im Vorfeld der Landtagswahl, bei dem nicht die Forderung nach mehr (und bezahlbarem) Wohnraum aufgegriffen wird. Und immer geht es um Neubauten.
Dies ist sicherlich gerechtfertigt.
In Koblenz, insbesondere in der Koblenzer Altstadt, zeigt sich aber — fast Woche für Woche — wie vorhandener Wohnraum in Ferienwohnungen oder temporäre Vermietung möblierter Zimmer “umgewandelt” wird. Es bleibt sicherlich jedem Eigentümer unbelassen sein Eigentum zu nutzen, aber Regelvorgaben in anderen Eigentumssektoren gibt es in unterschiedlich gerechtfertigten Bereichen schon heute. Und Förderangebote zur Rücksetzung in den ursprünglichen Wohnungsmarkt würden schneller als Neubauten “auf der grünen Wiese” Erfolge bringen können.
Die Bürgerinitiative “Unsere Altstadt” betrachtet die Entwicklung schon seit längerem kritisch, denn die temporäre Nutzung verändert die Wohn- und Sozialstruktur erheblich. Deshalb hat sich die Bürgerinitiative nun an den Oberbürgermeister David Langner gewandt um zunächst folgende Fragen zu klären:
- Ist bekannt wie viele Ferienwohnungen derzeit in der Altstadt gemeldet sind / gibt es hierzu auch ähnliche Auflagen wie Nachweis eines Stellplatzes?
- wie werden die vergebenen Nutzungen überwacht (Brandschutz usw) und wer und wie wird das Anmeldeverfahren nachhaltig kontrolliert? [Anmerkung: Die BI hat schon mehrfach darauf verwiesen, daß andere Städte konsequent durch Internet-Recherchen ungenehmigte Ferienwohnungen aufdecken und auch diesbezüglich mit dem Finanzamt kooperieren]
Nach Ansicht der Bürgerinitiative sind Ferienwohnungen, Bordinghäuser, Vermietung möblierter Zimmer und Appartments sinnvolle Ergänzungen für ein belebtes Zentrum, dürfen aber nicht zur Verdrängung von Wohn- und Lebensstrukturen führen, so der Appell an Eigentümer, Tourismusmanager und die Stadt Koblenz.
