Apfelbaum erinnert an dunkle Zeiten

Bürgerinitiative “Unsere Altstadt” würdigt Idee und Engagement

Wer mit offe­nen Augen die Trep­pe zwi­schen der Apsis der Lieb­frau­en­kir­che und der Erich-Fran­ke-Gas­se zum Enten­pfuhl nutzt, wird fest­stel­len, dass hier auf weni­gen Qua­drat­me­ter ein klei­ner Gar­ten ent­stan­den ist. Wer jedoch neben der Bepflan­zung nur einen Oli­ven- und einen Obst­baum sieht hat nicht alles gese­hen.

Mit dem Apfel­bäum­chen ver­bin­det sich eine anrüh­ren­de und beson­de­re Geschich­te: es ist ein soge­nann­ter “KZ 3” Apfel­baum, der vom bay­ri­schen Pfar­rer und Apfel­kund­ler Kor­bi­ni­an Aiger (1885 — 1966) wäh­rend sei­ner Inhaf­tie­rung im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Dach­au gezüch­tet wur­de. Er soll stell­ver­tre­tend auch an die wäh­rend der NS-Dika­tur inhaf­tier­ten Koblen­zer Pfar­rer erin­nern. Aus­führ­li­ches dazu kann auf einer Gedenk­plat­te nach­ge­le­sen wer­den.

Dem loka­len Team des Kir­chen­or­tes Lieb­frau­en ist die Idee, Umset­zung und zukünf­ti­ge Pfle­ge die­ses Erin­ne­rungs­or­tes zu ver­dan­ken. Dies kann nicht genug gewür­digt wer­den, zumal zugleich eine wei­te­re klei­ne öko­lo­gi­sche Nische in der Alt­stadt geschaf­fen wur­de. “Dan­ke”!