Rhein in Flammen nachhaltig weiterentwickeln

nicht nur über das Feuerwerk diskutieren

Die Dis­kus­si­on über ein mög­li­ches Ver­bot des Höhen­feu­er­werks greift aus Sicht der Bür­ger­initia­ti­ve “Unse­re Alt­stadt” zu kurz. “Rhein in Flam­men” ist eines der bedeu­tends­ten Groß­ereig­nis­se in Koblenz und ein wich­ti­ger Wirt­schafts­fak­tor für Tou­ris­mus, Gas­tro­no­mie und Hotel­le­rie. Zudem ist hier­mit eine — auch regio­nal iden­ti­täts­stif­ten­de — Tra­di­ti­on ver­bun­den, die mit dem Deut­schen Eck, der Fes­te Ehren­breit­stein und der Gast­freund­lich­keit eng ver­bun­den ist. “Rhein in Flam­men” ist eines der Mar­ken­zei­chen der Stadt Koblenz. Gera­de des­halb soll­te die Debat­te nicht auf einen ein­zel­nen Pro­gramm­punkt redu­ziert wer­den, son­dern die Ver­an­stal­tung ins­ge­samt zukunfts­fä­hig wei­ter­ent­wi­ckeln.

Nach­hal­tig­keit umfasst weit mehr als die Fra­ge des Feu­er­werks. Ent­schei­dend sind die An- und Abrei­se von rund 150.000 Besu­che­rin­nen und Besu­chern, das Ver­kehrs­ma­nage­ment, die Len­kung des Indi­vi­du­al­ver­kehrs sowie die Aus­wir­kun­gen auf Umwelt und Stadt­ge­sell­schaft. Hier besteht aus unse­rer Sicht erheb­li­cher Hand­lungs­be­darf.

Die Bür­ger­initia­ti­ve for­dert daher, das bestehen­de Ver­an­stal­tungs- und Mobi­li­täts­kon­zept umfas­send zu über­prü­fen und kon­se­quent wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Ins­be­son­de­re müs­sen Park-and-Ride-Ange­bo­te aus­ge­baut, der öffent­li­che Nah­ver­kehr gestärkt und wirk­sa­me­re Maß­nah­men zur Redu­zie­rung des Indi­vi­du­al­ver­kehrs umge­setzt wer­den. Ziel muss es sein, Ver­kehrs­be­las­tun­gen, Emis­sio­nen und die Beein­träch­ti­gun­gen für Anwoh­ner deut­lich zu ver­rin­gern.

Eben­so stellt sich die Fra­ge, wie sol­che Besu­cher­strö­me dau­er­haft mit den Anfor­de­run­gen an Sicher­heit, Mobi­li­tät, Auf­ent­halts­qua­li­tät und Nach­hal­tig­keit ver­ein­bar sind. Gera­de die lei­der zugrun­de zule­gen­den Sicher­heits­aspek­te der heu­ti­gen Zeit rufen nach Lösungs­an­sät­zen.

Bei aller Eupho­rie für Droh­nen­shows soll­te auch hier­bei nicht ver­nach­läs­sigt wer­den, dass auch hier­bei Beden­ken gibt (Hacker­an­grif­fe, ein­ge­schmug­gel­te Droh­nen) die nicht zu ver­nach­läs­si­gen sind.

Auch hier­zu erwar­ten wir eine offe­ne Dis­kus­si­on und belast­ba­re Ant­wor­ten.

Die BI begrüßt jede Initia­ti­ve, die “Rhein in Flam­men” öko­lo­gisch und kli­ma­ver­träg­li­cher gestal­tet. Dies darf jedoch nicht in einer iso­lier­ten Dis­kus­si­on über das Höhen­feu­er­werk enden. Zumal hier pro­fes­sio­nel­le Pyro­tech­ni­ker geprüf­te Effek­te unter stren­gen behörd­li­chen Sicher­heits­auf­la­gen zün­den. Erfor­der­lich ist viel­mehr ein ganz­heit­li­ches Nach­hal­tig­keits­kon­zept, das alle wesent­li­chen Aspek­te der Ver­an­stal­tung berück­sich­tigt und den Her­aus­for­de­run­gen einer moder­nen, lebens­wer­ten Stadt gerecht wird. Dabei gilt es auch sicher­zu­stel­len, dass die Ord­nungs — Sicher­heits — und Ret­tungs­kräf­te nicht über­las­tet wer­den dür­fen!