Die Altstadt braucht eine starke Stimme

Sehr geehr­te Damen und Her­ren,
lie­be Freun­din­nen und Freun­de
der Bür­ger­initia­ti­ve “Unse­re Alt­stadt”

“Die Alt­stadt braucht eine star­ke Stim­me“

Das Jahr 2025 war für unse­re Bür­ger­initia­ti­ve ein inten­si­ves und beweg­tes Jahr – geprägt von uner­müd­li­chem Enga­ge­ment, kon­struk­ti­ven Gesprä­chen und dem fes­ten Wil­len, die Alt­stadt als lebens- und lie­bens­wer­ten Ort zu erhal­ten. Vie­les ist gelun­gen, man­ches bleibt her­aus­for­dernd und vie­les wird uns auch 2026 wei­ter beschäf­ti­gen.

Star­ker Fort­schritt bei Sicher­heit und Ord­nung

Ein beson­de­rer Erfolg in die­sem Jahr: Die Situa­ti­on in Fra­gen „Sicher­heit und Ord­nung“ hat sich spür­bar ver­bes­sert.

Dies ist kein Zufall, son­dern das Ergeb­nis unzäh­li­ger Gesprä­che und enger Koope­ra­ti­on der Bür­ger­initia­ti­ve mit Bür­ger­meis­te­rin Ulri­ke Mohrs, der Poli­zei und dem Ord­nungs­amt.

Gemein­sam wur­den Pro­blem­zo­nen iden­ti­fi­ziert, Maß­nah­men abge­stimmt und Rück­mel­dun­gen der Anwoh­ner ernst genom­men. Die Prä­senz von Ord­nungs­kräf­ten wur­de ver­stärkt, Kon­flikt­punk­te wur­den auf­ge­ar­bei­tet, und vie­le Hin­wei­se der Bür­ger­initia­ti­ve führ­ten zu kon­kre­ten Ver­bes­se­run­gen im All­tag. Die­ser Fort­schritt zeigt: beharr­li­ches Enga­ge­ment von Bür­ge­rin­nen und Bür­gern wirkt und wird gehört.

Kri­ti­sche The­men, die uns 2025 beschäf­tigt haben:

> Bezahl­ba­rer Wohn­raum: die Koblen­zer Alt­stadt bleibt ein begehr­ter Ort – doch bezahl­ba­rer Wohn­raum wird immer knap­per. Trotz Gesprä­chen und Anre­gun­gen fehlt es wei­ter­hin an wirk­sa­men Instru­men­ten, um Ver­drän­gung zu ver­hin­dern. Die Bür­ger­initia­ti­ve for­dert hier eine deut­lich stär­ke­re kom­mu­na­le Steue­rung.

> Stadt­grün & Kli­ma: zwar gab es ein­zel­ne posi­ti­ve Impul­se, doch ins­ge­samt bleibt die Alt­stadt beim The­ma Stadt­grün und Kli­ma­an­pas­sung hin­ter ihren Mög­lich­kei­ten zurück. Hit­ze, Ver­sie­ge­lung und feh­len­de Schat­ten­räu­me prä­gen die Innen­stadt immer stär­ker. Hier braucht es muti­ge­re Schrit­te und ein kla­res Bekennt­nis zu Kli­ma­schutz im his­to­ri­schen Stadt­raum.

> Gene­ra­tio­nen­ge­rech­tig­keit: die Belan­ge von Kin­dern, Jugend­li­chen und Senio­ren sol­len stär­ker berück­sich­tigt wer­den. Wir for­dern daher

• siche­re Wege, attrak­ti­ve Spiel- und Begeg­nungs­räu­me sowie mehr Betei­li­gung jun­ger Men­schen,

• eine bar­rie­re­ar­me Alt­stadt mit aus­rei­chend Sitz­mög­lich­kei­ten und guter sozia­ler Ver­sor­gung für älte­re Men­schen,

• öffent­li­che Räu­me, die Begeg­nung ermög­li­chen und den Zusam­men­halt stär­ken.

Unser Ziel ist eine gene­ra­tio­nen­ge­rech­te Alt­stadt, in der sich Jung und Alt wohl­füh­len.

> Alter­na­ti­ve Mobi­li­tät: der Wan­del zu einer nach­hal­ti­gen Mobi­li­tät geht nur schlep­pend vor­an. Fuß- und Rad­ver­kehr sto­ßen vie­ler­orts auf unzu­rei­chen­de Infra­struk­tur, wäh­rend der Ver­kehrs­druck wei­ter­hin hoch ist. Für eine zeit­ge­mä­ße Alt­stadt braucht es trag­fä­hi­ge, aus­ge­wo­ge­ne Lösun­gen – fern­ab ideo­lo­gi­scher Grä­ben. Und: gegen­sei­ti­ge Rück­sicht­nah­me!

> Wohn- und Lebens­qua­li­tät: trotz Ver­bes­se­run­gen im Bereich Sicher­heit bleibt die Fra­ge: “Wie kann die Alt­stadt ein ech­ter Wohn­ort blei­ben?” Lärm, Nut­zungs­druck, Events, Tou­ris­mus und zuneh­men­de Kom­mer­zia­li­sie­rung belas­ten vie­le Bewoh­ner. Die Lebens­qua­li­tät muss wie­der stär­ker in den Mit­tel­punkt rücken.

> Gene­ra­ti­ons­über­grei­fen­de Erin­ne­rungs­kul­tur: unse­re Alt­stadt lebt von Geschich­te und Geschich­ten. An die­se (auch die dunk­len Zei­ten) zu erin­nern, sie zu bewah­ren, wei­ter­zu­ge­ben und im öffent­li­chen Raum sicht­bar zu machen muss unser Auf­trag sein und blei­ben.

> Demo­kra­tie und Betei­li­gung: 2025 hat gezeigt, daß Trans­pa­renz und akti­ve Betei­li­gung unver­zicht­bar sind. Den­noch erle­ben wir wei­ter­hin Pro­zes­se, in denen Ent­schei­dun­gen von Inves­to­ren oder kurz­fris­ti­gen Inter­es­sen domi­niert wer­den. Die Stim­me der Bewoh­ner muss deut­lich stär­ker Gewicht bekom­men.

Her­aus­for­de­run­gen für 2026 – Die Alt­stadt braucht eine star­ke Stim­me

Auch im kom­men­den Jahr bleibt die Bür­ger­initia­ti­ve gefor­dert, denn die Alt­stadt steht unter Druck: ste­tig expan­die­ren­de Kom­mer­zia­li­sie­rung des öffent­li­chen Raums,
zuneh­men­de Inves­tor­in­ter­es­sen,
wach­sen­de Belas­tun­gen durch den Tou­ris­mus,
und der Ver­lust authen­ti­scher Nach­bar­schafts­struk­tu­ren.

Unse­re Auf­ga­be wird es sein, wei­ter­hin klar und deut­lich die Per­spek­ti­ve der­je­ni­gen ein­zu­brin­gen, die hier leben – nicht nur der­je­ni­gen, die hier inves­tie­ren oder kon­su­mie­ren. Nur so bleibt die Alt­stadt ein Ort mit Iden­ti­tät, Geschich­te und mensch­li­cher Nähe.

Dank und Aus­blick

Ein herz­li­ches Dan­ke­schön gilt allen Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­nern, die 2025 mit gro­ßem Enga­ge­ment, Geduld und Mut an unse­rer Sei­te stan­den.

Gemein­sam mit unse­ren Koope­ra­ti­ons­part­ner wer­den wir auch 2026 dar­an arbei­ten, dass unse­re Alt­stadt nicht zum blo­ßen Erleb­nis­raum ver­kommt, son­dern ein Zuhau­se bleibt – leben­dig, viel­fäl­tig und lie­bens­wert.

Wir wür­den uns freu­en, wenn wei­ter­hin so Vie­le dies mit­tra­gen und unter­stüt­zen!

Ihre Bür­ger­initia­ti­ve “Unse­re Alt­stadt”